Wenn sich die Hypo anschleicht…

…und man seine Hypohelfer nicht griffbereit hat, dann ist das einfach Mist. Und wenn man dann noch beim Einkaufen oder generell unterwegs ist, dann ist das doppelter Mist. Was tun?

Mir ist das heute passiert. Das Mittagessen falsch eingeschätzt und zu viel für gespritzt. Dann noch die eigentlich leichte Bewegung durch den Supermarkt. Perfekter Startschuss für eine Hypo. Doch wie fühlt sich das an, wenn sich so eine Hypo langsam anschleicht und letztendlich da ist?

Es ist schwer zu beschreiben: Ein Kribbeln am ganzen Körper, dass nach und nach stärker wird. Die Knie fangen weich zu werden, ich zittere, mir wird warm und kalt zu gleich, Schweißausbruch. Und in meinem Kopf läuten die Alarmglocken. Ich suche nach Hypohelfern, in meiner Tasche, meiner Wohnung. Das Gehirn setzt aus, der Fressflash – dank dem Heißhunger – setzt ein. Alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird förmlich verschlungen, so lange, bis das Zittern aufhört und der Heißhunger auch.

Heute im Supermarkt hatte ich nichts dabei. Total verpeilt. Totaler Mist. So steh ich also vor einem der vielen Regale auf der Suche nach etwas von der Einkaufsliste, als die Hypo voll eintritt. Nichts da, um dem Unterzucker entgegen zu wirken. Panik macht sich breit. Zum Glück kam mein Freund grade zu mir und ich konnte ihm sagen was los ist. Er hat schnell reagiert. Mir einen Dextro Energy Riegel aus dem Regal nebenan in die Hand gedrückt (den aufgegessenen Riegel haben wir natürlich auch bezahlt). Danach ging es mir wieder besser. Und ich habe gleich mal neuen Traubenzucker mit in den Einkaufswagen gelegt.

Wenn ich dann wieder klar denken kann, geh ich das ganze Gegessene nochmal im Kopf durch und spritze dann für das, was viel zu viel war bei der Unterzucker-Bekämpfung. Also eigentlich ist das der Plan, denn oft vergesse ich das auch und die Werte sind dann wieder hoch. Ein Teufelskreis, diese Berg-und-Tal-Fahrten.

Meine liebsten Hypohelfer

Das sind aktuell meine liebsten Hypohelfer – Capri-Sonne und Traubenzucker. Ja, ernsthaft, nach fast 11 Jahren mit meinen Diabetes-Monster schmeckt mir immer noch Traubenzucker – vermutlich, weils den immer mal wieder in neuen Sorten gibt. 😉

Wart ihr schon mal in einer solchen Situation im Supermarkt oder sogar an einem Ort, wo ihr nicht so gut an passende Hypohelfer gekommen seid? Was habt ihr da gemacht? Erzählt es mir! 🙂

♥ Mel

Werbeanzeigen

Flashback: Der Tag an dem das Diabetes Monster kam und blieb!


dbw
Die Diagnose Diabetes bekam ich vor etwas mehr als 10 Jahren. Ich war 17 zu dem Zeitpunkt und weiß noch ziemlich genau, wie es war. Meine Mama hat mich letztendlich zum Arzt geschleppt. Also sitze ich, nachdem ich aufgerufen wurde, bei meiner Hausärztin im Zimmer und berichte ihr von meinen Symptomen. Meine Symptome hatte ich hier zu meinem Diaversary kurz beschrieben und genauso kurz hatte ich sie meiner Ärztin genannt. Für euch möchte ich aber etwas näher drauf eingehen.

Angefangen hat alles ein paar Wochen vorher mit einer Erkältung oder Grippe – naja, zumindest war ich krank. Das hatte dann, wie ich erst nach der Diagnose erfahren habe, alles ins Rollen gebracht. Ich fing an nach und nach mehr zu trinken, was für mich erst mal nicht schlimm war. Ich trinke generell nicht viel über den Tag verteilt, das war damals schon so und ist es leider heute auch noch. Ich war froh, dass ich durch das vermehrte zur Wasserflasche greifen endlich mal auf meine zwei Liter kam. Doch bei zwei Litern blieb es nicht.

Die Liter, die in mich hineinflossen, wurden immer mehr und der Drang, diese Mengen an Flüssigkeit wieder los zu werden, weckten mich zum Teil bis zu drei Mal die Nacht. Ich war müde. Konnte ja nachts nicht wirklich schlafen durch das ganze Gerenne zum Bad. In der Schule fiel es mir schwerer aufzupassen, zum Teil auch, weil ich das, was an der Tafel stand, nicht mehr richtig erkennen konnte. Das ging dann so weit, dass ich von meiner Klassenkameradin abschreiben musste.

Ich war so unendlich müde, die ganze Zeit, und es wurde nicht besser. Hinzu kam dann noch der Gewichtsverlust. Ganze 6kg in vielleicht einem Monat! Meine Mum dachte schon, dass ich vielleicht eine Essstörung habe. Das war auch mit ein Grund, warum sie mich dann zu unserem Hausarzt gebracht hat.

So sitze ich da bei meiner Ärztin, habe ihr alle meine Symptome aufgezählt und sie sagt nur: „Da messen wir mal den Blutzucker!“. Gesagt, getan. Sie holt ein Messgerät, legt einen Teststreifen ein und piekt mir mit einem scharfen etwas (nein, es war leider keine Stechhilfe) in den Finger. Der Teststreifen saugt das Blut ein, wir warten alle gespannt ein paar Sekunden, dann zeigt das Gerät den Blutzuckerwert an. Irgendwas um die 250 mg/dL. Gewissheit. Sie spricht es aus und ich fang an zu weinen, ganz schrecklich und viel. Ich konnte in dem Moment nicht verstehen, was es für mich und meine Zukunft bedeutet. Was auf mich zukommen wird.

Die nächsten Wochen waren dann die reinste Informationsflut. Ihr Kollege hat die DKD in Wiesbaden vorgeschlagen, wo wir dann auch den Tag nach der Diagnose hin sind. Schule war erst mal egal. Es war egal, dass ich eigentlich an dem Tag eine Englisch Arbeit hätte schreiben sollen. Wichtig war nur, dass ich eingestellt werde und das wurde ich in Wiesbaden auch. Und als Sahnehäubchen gab es direkt eine Schulung obendrauf. Wie gesagt, die reinste Informationsflut. Aber es wurde leichter mit allem umzugehen. 🙂 Zum Glück!

Die Schulung lag direkt in den Osterferien und damit auch keine Woche nach der Diagnose im April 2004. So musste ich nichts von der Schule verpassen, bis auf besagte Englisch-Arbeit, die ich aber nachschreiben konnte. Nach den Osterferien lief dann einstellungstechnisch alles super. Jedoch merkte ich auch recht schnell, wer wirklich meine Freunde sind und auf wen ich vertrauen konnte.

Wie erging es euch bei eurer Diagnose? Lasst es mich wissen! 🙂

♥ Mel