#DBW Special Edition zum #WDT2014

dbwHabt ihr euch eigentlich mal Gedanken gemacht, wem wir das Leben, das wir heute als insulinpflichtiger Diabetiker führen können, zu verdanken haben? Nein, noch nicht? Dann lest mal aufmerksam weiter! 😉

Unser Lebensretter sozusagen ist Frederick Banting! Hätte er 1921 nicht mit seinen Forschungen an der Bauchspeicheldrüse begonnen, um das Hormon, dass den Zuckerstoffwechsel reguliert, zu entdecken, hätte 1922 nicht der erste Diabetiker mit Insulin behandelt werden können. Vor dieser Entdeckung war jede Behandlung eines Typ1 Diabetes leider nicht von Erfolg gekrönt. Was würdet ihr im sagen wollen? Welche Fragen hättet ihr an ihn? 🙂 Hier sind meine Zeilen:

Sehr geehrter Herr Banting,

ich bin Ihnen unendlich dankbar für Ihre Forschungen. Ohne Ihren Einsatz und Ihre Entdeckung wäre die Behandlung von insulinpflichtigen Diabetikern, wie ich es einer bin, heute sicherlich nicht auf dem Stand, wie sie aktuell ist. Wissen Sie eigentlich, wie vielen Menschen Sie mit Insulin bis heute haben helfen können?! In Deutschland gibt es aktuell rund 400.000 Diabetiker.

Sir Frederick Banting - Quelle: Historica Canada

Sir Frederick Banting – Quelle: Historica Canada

Doch was hat Sie dazu bewegt, sich mit dem Thema Diabetes zu beschäftigen? Gab es einen Fall in der Familie oder unter Ihren Freunden? Wie auch immer es war, ich selbst habe seit 10 Jahren Diabetes und wäre ohne Insulin heute nicht mehr am Leben. Ein eigenartiges Gefühl, dass jetzt so niederzuschreiben. Aber es stimmt ja.

Wie war es für Sie als sie gesehen haben, wie das Insulin wirkt? Zuerst, 1921, während Ihrer Versuchsreihe mit den Hunden, später dann, 1922, an einem menschlichen Patienten? Sie hatten dazu ja das Insulin aus Rindern- und Schweine-Bauchspeicheldrüsen extrahiert und genutzt. Heute können wir das Insulin synthetisch herstellen. In den letzten Jahren hat sich so viel getan, es hätte Sie sicher gefreut zu sehen, wie es mit Ihrer Entdeckung weiter gegangen ist.

Bevor ich es vergesse: Ich wünsche Ihnen noch alles Liebe zu Ihrem 123ten Geburtstag. 🙂

Liebste Grüße,
♥ Mel

1923 erhielt Banting den Nobelpreis in Medizin und ist damit bis heute der jüngste Medizinnobelpreisträger. Außerdem war er der erste Kanadier überhaupt, der einen Nobelpreis erhielt.

Flashback: Der Tag an dem das Diabetes Monster kam und blieb!


dbw
Die Diagnose Diabetes bekam ich vor etwas mehr als 10 Jahren. Ich war 17 zu dem Zeitpunkt und weiß noch ziemlich genau, wie es war. Meine Mama hat mich letztendlich zum Arzt geschleppt. Also sitze ich, nachdem ich aufgerufen wurde, bei meiner Hausärztin im Zimmer und berichte ihr von meinen Symptomen. Meine Symptome hatte ich hier zu meinem Diaversary kurz beschrieben und genauso kurz hatte ich sie meiner Ärztin genannt. Für euch möchte ich aber etwas näher drauf eingehen.

Angefangen hat alles ein paar Wochen vorher mit einer Erkältung oder Grippe – naja, zumindest war ich krank. Das hatte dann, wie ich erst nach der Diagnose erfahren habe, alles ins Rollen gebracht. Ich fing an nach und nach mehr zu trinken, was für mich erst mal nicht schlimm war. Ich trinke generell nicht viel über den Tag verteilt, das war damals schon so und ist es leider heute auch noch. Ich war froh, dass ich durch das vermehrte zur Wasserflasche greifen endlich mal auf meine zwei Liter kam. Doch bei zwei Litern blieb es nicht.

Die Liter, die in mich hineinflossen, wurden immer mehr und der Drang, diese Mengen an Flüssigkeit wieder los zu werden, weckten mich zum Teil bis zu drei Mal die Nacht. Ich war müde. Konnte ja nachts nicht wirklich schlafen durch das ganze Gerenne zum Bad. In der Schule fiel es mir schwerer aufzupassen, zum Teil auch, weil ich das, was an der Tafel stand, nicht mehr richtig erkennen konnte. Das ging dann so weit, dass ich von meiner Klassenkameradin abschreiben musste.

Ich war so unendlich müde, die ganze Zeit, und es wurde nicht besser. Hinzu kam dann noch der Gewichtsverlust. Ganze 6kg in vielleicht einem Monat! Meine Mum dachte schon, dass ich vielleicht eine Essstörung habe. Das war auch mit ein Grund, warum sie mich dann zu unserem Hausarzt gebracht hat.

So sitze ich da bei meiner Ärztin, habe ihr alle meine Symptome aufgezählt und sie sagt nur: „Da messen wir mal den Blutzucker!“. Gesagt, getan. Sie holt ein Messgerät, legt einen Teststreifen ein und piekt mir mit einem scharfen etwas (nein, es war leider keine Stechhilfe) in den Finger. Der Teststreifen saugt das Blut ein, wir warten alle gespannt ein paar Sekunden, dann zeigt das Gerät den Blutzuckerwert an. Irgendwas um die 250 mg/dL. Gewissheit. Sie spricht es aus und ich fang an zu weinen, ganz schrecklich und viel. Ich konnte in dem Moment nicht verstehen, was es für mich und meine Zukunft bedeutet. Was auf mich zukommen wird.

Die nächsten Wochen waren dann die reinste Informationsflut. Ihr Kollege hat die DKD in Wiesbaden vorgeschlagen, wo wir dann auch den Tag nach der Diagnose hin sind. Schule war erst mal egal. Es war egal, dass ich eigentlich an dem Tag eine Englisch Arbeit hätte schreiben sollen. Wichtig war nur, dass ich eingestellt werde und das wurde ich in Wiesbaden auch. Und als Sahnehäubchen gab es direkt eine Schulung obendrauf. Wie gesagt, die reinste Informationsflut. Aber es wurde leichter mit allem umzugehen. 🙂 Zum Glück!

Die Schulung lag direkt in den Osterferien und damit auch keine Woche nach der Diagnose im April 2004. So musste ich nichts von der Schule verpassen, bis auf besagte Englisch-Arbeit, die ich aber nachschreiben konnte. Nach den Osterferien lief dann einstellungstechnisch alles super. Jedoch merkte ich auch recht schnell, wer wirklich meine Freunde sind und auf wen ich vertrauen konnte.

Wie erging es euch bei eurer Diagnose? Lasst es mich wissen! 🙂

♥ Mel

Geschichten einer Typ1-Diabetikerin


dbw
Seit ich die Diagnose Diabetes bekam sind nun über 10 Jahre vergangen. Eine lange Zeit, in der man natürlich auch viel erlebt. Und natürlich kann ich auch viele Geschichten erzählen, denn mir sind in der Zeit schon ein paar Dinge passiert. Leider nicht immer nur gute und schöne Sachen. Doch zum Glück waren die Erlebnisse nie so schlimm, dass ich auf fremde Hilfe angewiesen war. Aber lest selbst!

Ein paar Wochen nach der Diagnose musste ich wieder zu meinem Diabetologen. Dieser war zu dem Zeitpunkt in Wiesbaden. Ich glaube, es waren Ferien, denn wir sind mit der ganzen Family hin, vermutlich, um danach noch in Wiesbaden zu shoppen. Bevor ich den Termin hatte, waren wir jedoch Frühstücken. Ich packe mein Messgerät aus, hole einen Teststreifen raus und stelle fest: Der Teststreifen ist bereits benutzt! Nach und nach wird mir klar, dass ich die falsche Teststreifen-Dose mitgenommen habe. Am Anfang hatte ich noch die benutzten Teststreifen in einer leeren Teststreifen-Dose gesammelt und so vermutlich die Dosen verwechselt. Ich musste nach Gefühl spritzen und konnte mir zum Glück beim Diabetologen noch neue Teststreifen geben lassen. Ähnlich blöd ist es, wenn man seine Stechhilfe vergessen hat, aber was man in einer solchen Situation tun kann, um dennoch den Blutzuckerwert messen zu können, könnt ihr hier nachlesen.

Ebenfalls ein paar Wochen nach der Diagnose ist mir folgendes passiert. Im Dorf sprach sich rum, dass Diabetes habe. Das ist nicht weiter schlimm. Wir hatten Dorffest und ich hatte mit meiner damaligen Tanzgruppe einen Auftritt an dem Nachmittag. Meine Family und ich, wir waren wie immer schon zum Mittagessen dort. Ich habe gemessen und gegessen und bei dem ganzen Trubel natürlich das spritzen vergessen. Aufgefallen ist mir das erst nach meinem Auftritt. Zum Glück waren die Werte in Ordnung, aber irgendwo wurde dann erzählt, dass ich ja gar keinen Diabetes haben kann, weil ich mich ja nicht gespritzt hätte. Naja, mir war es egal, sollen die doch ruhig reden. 😀 Leider blieb es nicht bei dem einen Mal mit der vergessenen Injektion.

Die nächste Geschichte ist mir vor 3 oder 4 Jahren passiert. Passiert ist eigentlich das falsche Wort. Ich war mit Freunden was trinken und im Anschluss sind wir bei uns im Ort noch mal auf die sogenannte Nachkirmes gegangen. Keine Ahnung, warum sie so heißt, aber wenn es keinen Grund zum feiern gibt, dann macht man sich einen. 😉 Auf dieser Nachkirmes habe ich dann auch einen befreundeten Diabetiker getroffen. Irgendwann später am Abend sind wir auf die glorreiche Idee gekommen, dass wir uns ja gegenseitig den Blutzucker messen könnten. Es war super lustig, denn wir beide waren schon gut angetrunken, und ich bin mir sicher, dass ich es alleine vermutlich genauso gut bzw. schlecht geschafft hätte mit dem Blutzucker messen. 😀

Ein weiteres Erlebnis hatte ich einmal auf dem Frankfurter Flughafen. Ich bin mit einer Freundin nach Ibiza geflogen. Für den Flug hatte ich mir extra eine Bescheinigung vom Arzt ausstellen lassen, dass ich mein Diabetes-Zeug/Zubehör, also meine Nadeln, meine Pens, mein Insulin, mein Messgerät, etc. mit in den Flieger nehmen darf. An der Sicherheitskontrolle sage ich dann, dass ich Diabetikerin bin und zeige meinen tollen Zettel vom Arzt. Der Beamte lächelt mich an, zeigt mir seine Insulinpumpe und sagt nur, dass es kein Problem wäre, er kenne das ja 🙂 Probleme am Flughafen hatte ich mit meinem Diabetes zum Glück noch nicht. Aber ich bin bisher nur innerhalb von Europa geflogen. Die penibelsten Beamten am Flughafen gibt es in Dublin, zumindest was die Orte betrifft, zu denen ich bisher gereist bin. Ich musste mein ganzes Handgepäck ausräumen, aber gesagt haben sie nichts. 😉

Beim Schreiben sind mir noch so viele Kleinigkeiten eingefallen, dass ich mir sicher bin, dass diese kleinen Dinge noch mindestens einen weiteren Blog-Post füllen können. Aktuelle Erlebnisse erfahrt ihr hier ja sowieso direkt. Abonniert dazu doch einfach meinen Blog oder schaut auf meiner Facebook Fan-Seite vorbei. Und natürlich das Liken nicht vergessen 😉

♥ Mel

Es lebe die Technik, doch was bringt die Zukunft?!


dbw
Im Zuge der Diabetes Blogwoche 2014 wurde die Frage gestellt, wie unsere Traumpumpe, unser Traummessgerät oder unser Traumpen aussehen könnte. Ganz realistisch betrachtet. Und was bringt die Zukunft mit sich? Was wird in 5 oder 10 Jahren der Stand der Dinge sein?

Um ehrlich zu sein, ich habe mir über mein Traumequipment noch nicht so große Gedanken gemacht. Bisher hat, mit kleinen Abstrichen, auch immer alles ganz gut funktioniert. Doch je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetze, desto mehr fällt mir auf, dass irgendetwas fehlt. Aktuell sammle ich Daten, also nicht ich selbst, aber mein Messgerät und meine Pumpe, die beiden, sie sammeln fleißig jeder für sich ihre Daten.

Tja, da ist schon mal ein Problem. Ich muss beide nacheinander auslesen, um an die Gesamtheit der Daten zu kommen. Gut, das ist machbar, leider nicht wirklich praktisch mit einem Mac. Hier funktioniert meine Software zum Auslesen der Daten eigentlich nicht und so muss ich mit einem Trick arbeiten. Also, Daten sammeln ist das eine, an die Daten ranzukommen eine ganz andere Sache.

Und wenn ich grade so drüber nachdenke, was mir eigentlich fehlt, dann fällt mir ein, dass ich mir schon oft gewünscht habe, dass meine Pumpe bzw. mein Messgerät Bolus und Korrektur getrennt voneinander speichert. Immerhin kann es ja beim Bolusvorschlag die Werte auch getrennt von einander anzeigen. Egal. Wenn ich die Muse dazu habe, dann trage ich alles auch schon mal in meine mysugr App auf dem Smartphone ein. Im Kommentar schreibe ich dann meist, wie viel von den gespritzten Einheiten denn Korrektur sind. Ich habe es einfach gerne etwas aufgeräumter.

Nun aber mal zu meinem Traumequipment…

Die Pumpe könnte für mich kleiner sein, man trägt ja schon so einiges mit sich. Wasserfest darf die kleine natürlich auch sein, auch wenn ich die letzte Zeit nicht wirklich oft im Wasser war. 🙂 Die aktuellen Features meiner Pumpe sollten auf keinen Fall fehlen, so muss meine Traumpumpe eine Standard-Abgabe, eine verzögerte Abgabe und einen Mulitwave beherrschen. Ein Bolusrechner und die Eingabe verschiedener Basalratenprofile muss ebenfalls dabei sein.

Generell sollte alles nicht auf mehrere Geräte verteilt sein. Mein Smartphone reicht mir vollkommen, denn ich habe es sowieso ständig bei mir. Mit dem Smartphone könnte ich dann problemlos messen (oder scannen 😉 ) – entweder ist schon ein Messgerät integriert oder es wird ein Messgerät an das Smartphone angeschlossen. Hauptsache die ermittelten Daten kommen direkt in mein Smartphone mit passender App. Und eine Kommunikation mit der Pumpe über mein Smartphone wäre sowieso ganz super. So hätte ich auch gleich alle Daten zentral an einer Stelle verwaltet.

Der Blick in die Zukunft

Wenn ich mir aktuelle Technologien, wie das Flash Glucose Monitoring System von Abbott anschaue, dann bin ich mir sicher, dass in Zukunft vielleicht das in den Finger pieken auf ein Minimum reduziert werden könnte. 🙂 Ich bin immer noch begeistert von dem Flash und werde euch so schnell es mir möglich ist, einen Bericht dazu bringen. Ebenfalls interessant finde ich die Möglichkeit, die Google aktuell mit ihrer intelligenten Kontaktlinse bereitstellen will. Auch hier kein in den Finger pieken mehr, um den Blutzucker zu messen. Und vielleicht gibt es die Kontaktlinse ja auch mit Sehstärke. 😀

In Zukunft werden wir immer mehr zum Cyborg, da bin ich mir sicher. Und vielleicht ist in 5 Jahren ein geschlossenes System, eine künstliche Bauchspeicheldrüse, gar nicht mehr weg zu denken von den aktuellen Therapie-Formen. Ich würde es mir wünschen, aber bis dahin sollte das Diabetes-Management so einfach und angenehm wie möglich laufen. 😉

Was wünscht ihr euch für euch und für die Zukunft? Schreibt es mir!

♥ Mel

Ein Dank an die Diabetes-Online-Community!


dbw
Wie bin ich in die Diabetes-Online-Community reingerutscht? Das ist eine gute Frage und ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie es passiert ist. Angefangen hat es alles irgendwann Ende 2013. Ich war dort grade in meiner Testphase für die Pumpe und wollte noch Verschiedenes dazu in Erfahrung bringen. Also stöberte ich im Internet, fand verschiedene Blogs, die sich mit Diabetes beschäftigten und nahm kurze Zeit später an meinem ersten Tweetchat von #dedoc teil. Ich blieb in der neu gefundenen Community, fühlte und fühle mich noch immer wohl. Ich beteiligte mich an vielen weiteren Chats und startete diesen Blog Anfang 2014. 🙂

Über einen der #dedoc Tweetchats fand ich eine Facebook-Gruppe in Frankfurt. Einmal im Monat versucht sich diese Gruppe zu einem Stammtisch zu treffen und ich versuche seitdem regelmäßig hinzugehen. Ich mag die Gruppe und die Gespräche, die sich hier ergeben. Es tut gut, einfach mal über den Diabetes zu reden und jeder weiß direkt, was man meint. 😉

Die Idee zum Bloggen hatte ich 2010 bereits einmal. Ich hatte mit einigen (Familie & Freunde) darüber gesprochen, jedoch nicht wirklich Zustimmung dazu bekommen, also ließ ich es bleiben. Mittlerweile bin ich froh, dass ich über die Community wieder den Mut gefasst habe, doch mit dem Blog zu beginnen. Das Schreiben über meinen Diabetes hilft mir. Ich beschäftige mich wieder mehr mit meiner Blutzucker-Einstellung und mir geht es gut damit.

Das Jahr geht in sein letztes Quartal über und rückblickend bin ich meinem Diabetes für die vergangenen Monate echt dankbar. Ohne ihn hätte ich nicht zu dieser tollen Community gefunden, hätte nicht mit dem Bloggen begonnen und hätte auf jeden Fall nicht die ganzen tollen Menschen kennen gelernt. Doch ohne die Diabetes-Online-Community wäre vieles nicht so gut und vor allem schnell gelaufen. Dafür ein großes Danke von mir! 🙂

♥ Mel